Spamverdacht: Was tun bei Spam-Anrufen & Spam-E-Mails?
Schutz und Sicherheit

Spamverdacht: Was tun bei Spam-Anrufen & Spam-E-Mails?

Text: Christoph | 10. August 2023 11:09

Dank unserer modernen Kommunikation können wir uns immer schneller und einfacher mit anderen Menschen austauschen. Doch mit der zunehmenden Nutzung von Smartphones und E-Mails kommt auch eine wachsende Flut von unerwünschten Nachrichten auf uns zu. Spam-Anrufe und Spam-E-Mails sind nicht nur lästig, sondern können auch gefährlich sein, wenn sie persönliche Informationen abfragen oder Schadsoftware enthalten. Sind Sie unsicher, wenn Sie ungebetene Anrufe oder Nachrichten erreichen? Wir geben Tipps und Tricks für den Umgang mit Spam.

Sie sitzen in einem Meeting oder gemütlich beim Abendessen und das Telefon klingelt mit einer Ihnen unbekannten oder unterdrückten Nummer. Unpassend! Oder Sie öffnen Ihre E-Mails, um dringende Nachrichten zu checken und müssen sich erstmal durch eine Flut von Spam-E-Mails kämpfen. Nervig! Doch was ist Spam überhaupt und woher kommt er? Wie unterscheidet man zwischen legitimen Anrufen und Mails und unerwünschten Nachrichten? Antworten auf all diese und noch mehr Fragen bekommen Sie hier.

Was ist Spam?

Beginnen wir mit einer kleinen Unterrichtsstunde: Das Wort Spam lässt sich aus dem Englischen von Dosen- und Frühstücksfleisch ableiten und wird aus spiced ham (gewürzter Schinken) zusammengesetzt. Zurückführen lässt sich der Begriff auf einen Sketch der englischen Comedyserie Monty Python's Flying Circus. Darin wurde Besuchern eines Restaurants unaufgefordert Spam vorgesetzt. Und um diese Unerwünschtheit geht es auch bei Spam-Anrufen und Spam-E-Mails, die auf unseren Smartphones und in unseren Postfächern landen. Dabei handelt es sich meist um Werbung oder betrügerische Nachrichten, die in großer Anzahl gleichzeitig vorgenommen werden und zum Kauf von Produkten oder Dienstleistungen auffordern.

Welche Arten von Spam gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Spam, die uns im Alltag begegnen. Hier sind einige Beispiele:

  • Bei Spam-Anrufen handelt es sich um unerwünschte Anrufe, die Sie dazu bringen wollen, etwas zu kaufen oder persönliche Informationen preiszugeben. Bei einem normalen Anruf zeigt Ihr Smartphone in der Regel die dazugehörige Rufnummer an, damit Sie entscheiden können, ob Sie das Telefonat annehmen oder nicht. Spam-Anrufer unterdrücken zumeist ihre Nummer oder haben eine internationale Vorwahl.
  • Als Spam-E-Mails bezeichnet man Mails, die in großen und ebenfalls unerwünschten Mengen in Ihrem Postfach landen. Sie können Werbung, betrügerische Nachrichten oder sogar Schadsoftware enthalten, die den Computer oder Ihre persönlichen Daten gefährden.
  • Suchmaschinen-Spam: Hierbei handelt es sich um Websites, die in Suchmaschinenergebnissen auftauchen und unseriöse oder irreführende Inhalte bewerben. Sie versuchen Sie dazu zu bringen, auf Links zu klicken, die zu unerwünschten Websites führen oder schädliche Malware installieren.
  • Ähnlich wie bei Spam-Anrufen und Spam-E-Mails gibt es auch unerwünschte SMS-Nachrichten, die Sie dazu bringen wollen, bestimmte Aktionen auszuführen oder persönliche Informationen preiszugeben.
  • Auf Social Media können Sie auch Spam begegnen. Hierbei handelt es sich oft um Werbung für Produkte oder Dienstleistungen, die unseriös sind oder hinter denen betrügerische Absichten stecken.

Wie erkennt man Spam-Anrufe?

Sie haben den Verdacht, Ziel von Spam-Anrufen zu sein? Ein Indiz dafür ist unerwünschte Telefonwerbung, bei der Ihnen etwas aufdringlich angeboten wird. Weitere Merkmale, dass Sie in einem Spam-Telefonbuch stehen: kurze Anrufe, bei denen der Anrufer nach wenigen Sekunden auflegt oder eine hohe Anzahl unbeantworteter Anrufe, bei denen eigentlich niemand auf der anderen Seite zu hören ist.

Wie erkennt man Spam-E-Mails?

Ihr Posteingang platzt vor lauter ungebetener Mails? Sie erkennen Spam-E-Mails oft daran, dass Sie darin über vermeintlich gewonnene Preise, Gewinnspiele, schnellen Reichtum oder Gesundheitsthemen informiert werden. Meist werden Spam-Mails auch an eine große Anzahl an Empfänger gesendet und sind daher nicht personalisiert, was ein weiteres Indiz für unerwünschte Werbung ist.

Tipps bei Spamverdacht.

Versuchen Sie, mit folgenden Tipps Spam-Anrufe zu vermeiden und Ihr E-Mail-Postfach sauber zu halten.

Tipps gegen Spam-Anrufe Tipps gegen Spam-E-Mails
Sie können einzelne Nummern blockieren. Dadurch werden Anrufe automatisch abgelehnt. Nutzen Sie Spamfilter. Bei den meisten E-Mail-Anbietern gehört ein solcher Filter zum Standardprogramm. Stellen Sie sicher, dass er an ist oder nehmen Sie entsprechende Einstellungen zur Aktivierung vor.
Wenn Sie einen Anruf von einer unbekannten Nummer erhalten, ist es am besten, ihn zu ignorieren. Rufen Sie nicht zurück, es sei denn, Sie wissen, wer der Anrufer ist. Öffnen Sie keine Anhänge oder Links von Absendern, die Sie nicht kennen. Sie könnten Malware oder Viren enthalten, die Ihren Computer oder Ihre Daten gefährden.
Sie haben das Telefonat angenommen? Vermeiden Sie Worte wie „Ja“ im Gespräch. Denn in äußerst dubiosen Fällen kann ein „Ja“ als Zustimmung eines Vertrages gelten und Rechnungen oder Vertragsunterlagen mit sich ziehen. Seien Sie vorsichtig bei E-Mails, die zu schön sind, um wahr zu sein. Angebote wie „schnell reich werden“ oder „Geld verdienen im Internet“ sind oft Betrug. Auch Betreffzeilen, die „dringende Überweisung“ oder „sofortige Handlung erforderlich“ beinhalten, weisen in der Regel auf Spam-E-Mails hin.
Prüfen Sie die Identität des Anrufers und hinterfragen Sie seine Echtheit. Und zögern Sie nicht, bei Spamverdacht einfach aufzulegen. Überprüfen Sie die Absenderadresse und seien Sie vorsichtig bei gefälschten Adressen. Manchmal ähneln diese Absender denen von legitimen Unternehmen, um Sie zu täuschen.
Es gibt Anti-Spam-Apps, die Sie auf Ihrem Smartphone installieren können. Diese blockieren automatisch unerwünschte Anrufe und Nachrichten. Beispiele für Anti-Spam-Apps sind Robokiller – Robocall Blocker für Google Play und Robokiller: Spam Call Blocker im App Store. Ignorieren Sie unerwünschte E-Mails, löschen Sie sie direkt und antworten Sie nicht.
Wenn Sie immer wieder Anrufe derselben Nummer erhalten, können Sie diese der Meldestelle für Rufnummernmissbrauch melden.

Unterschied: Spam & Phishing.

Spam und Phishing sind zwei Arten unerwünschter Kommunikation. Spam bezieht sich auf ungebetene Nachrichten wie E-Mails oder Anrufe, die gleichzeitig an eine große Anzahl von Empfängern getätigt werden, ohne dass darum gebeten wurde. Phishing hingegen ist eine Form von Cyberangriff, bei der ein Betrüger eine gefälschte Nachricht sendet, um sensible Informationen wie Passwörter oder Kreditkartendaten zu stehlen. Meist werden Sie aufgefordert, Dateianhänge zu öffnen oder auf Links zu klicken, die täuschend echt aussehen. Beispielsweise bekommen Sie eine Mail Ihrer vermeintlichen Bankverbindung unter einem Vorwand, durch Eingabe Ihrer Login-Daten Ihr gesperrtes Konto wieder freizuschalten. Dadurch gelangen Betrüger zu Ihren Daten und Passwörtern, indem Sie Schadsoftware auf Ihrem Gerät installieren.

Im Gegensatz dazu ist Spam zwar lästig, aber meist weniger gefährlich als Phishing, da Spam in der Regel nur Produkte oder Dienstleistungen bewirbt. Wenn Sie sich weiter in Phishing einlesen und wissen möchten, wie Sie sich vor solchen Angriffen schützen können, haben wir in diesem Blogbeitrag hilfreiche Tipps für Sie zusammengefasst.

Was tun, wenn Sie selbst im Spam landen?

Sie bekommen auf Ihre E-Mails keine Antworten? Das könnte daran liegen, dass Ihre Nachrichten im Spamordner der Empfänger landen. Warum das vielleicht so ist und was Sie dagegen tun können:

  • Sie verwenden bestimmte Textmerkmale für Spam-Trigger in Ihrer Mail. Begriffe wie „kostenlos“, gratis“, „gewinnen“ oder „sofort“ können von Filtern erkannt und so im Spamordner abgelegt werden. Sparen Sie sich auch die Schreibweise von ganzen Worten oder Sätzen in Großbuchstaben sowie Sonderzeichen und Ausrufezeichen im Betreff.
  • Sie sind nicht berechtigt, der jeweiligen Person eine E-Mail zu senden. Holen Sie sich eine ausdrückliche Genehmigung des Empfängers.
  • Wenn Sie zu viele Mails in einem zu kurzen Zeitraum versenden, kann Spamverdacht entstehen. Fassen Sie Informationen in einer längeren E-Mail zusammen oder warten Sie gegebenenfalls länger mit der weiteren Benachrichtigung.
  • Sie verwenden verdächtige Links oder zu viele Anhänge. Prüfen Sie den Inhalt Ihrer E-Mail genau.
  • In Ihrer Mail befindet sich ein großes Bild, aber nur wenig Text. Dies deutet ebenfalls auf Spamverdacht hin. Das Bild-Text-Verhältnis sollte ausgewogen sein.
  • Wenn Sie einen Newsletter versenden, fügen Sie einen Button zur Abmeldung hinzu. Fehlt dieser sogenannte Opt-out-Link, landen Sie vielleicht im Spamordner.

FAQs.

Ihr Handy klingelt die ganze Zeit und sobald Sie abheben, hat der Anrufer bereits aufgelegt? Klingt schwer nach Ping-Anrufen. Wie Sie sich davor schützen, erfahren Sie in diesem Beitrag. Und hier finden Sie Tipps, wie Sie sicher im Internet surfen.


Artikel verfasst von Christoph aus dem Drei Redaktionsteam.

Über den Autor:

Christoph kennt die Welt des „Digital Life“ mindestens so gut wie seine Westentasche: Ob coole Fakten rund ums Streamen, die neuesten E-Sports oder um die Privatsphäre im Internet – Redakteur Christoph kennt jeden Schmäh der digitalen Welt. Bleiben Sie hier mit Christophs Artikeln zum Thema Digital Life auf dem Laufenden.


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